Pressemitteilung

28.10.2021

Krise am Ausbildungsmarkt ist nicht vorbei


Die Corona-Krise hat den Ausbildungsmarkt heftig in Mitleidenschaft gezogen. Im vergangenen Jahr hatte die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge einen historischen Tiefstand erreicht. Zwar zeigt die heute (28.11.) vorgestellte Beratungsbilanz der Agentur für Arbeit eine leichte Aufhellung, die Situation bleibt jedoch angespannt. „Auch in diesem Jahr blieben wieder knapp 900 junge Menschen trotz Unterstützung durch die Berufsberatung mit ihren Bewerbungen erfolglos. Die Krise ist noch nicht vorbei“, mahnt Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Trotz der Zugewinne beim Ausbildungsstellenangebot konnten die Krisenverluste aus dem Jahr 2020 noch nicht kompensiert werden. 2021 meldeten die Betriebe 5.166 Ausbildungsplätze, 2019 waren es noch 5.323 gewesen. Zugleich ist aber die Zahl der bei der Berufsberatung gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber auf 4.483 deutlich angestiegen und übertrifft selbst das Jahr 2019. Mit 60 Prozent war die Gruppe der sogenannten Altbewerber in diesem Jahr besonders groß.

Erneute Lücke beim Ausbildungsangebot zu erwarten
Auf den ersten Blick erscheint in der heute vorgelegten Beratungsstatistik der Arbeitsagentur das Verhältnis von Angebot und Nachfrage günstig für Bewerberinnen und Bewerber. Neben den Schulabgängern aus dem Land Bremen bewerben sich aber auch viele aus dem niedersächsischen Umland um einen Ausbildungsplatz in Bremer Betrieben. Nimmt man alle Ausbildungsinteressierten zusammen, so kamen dem Bundesinstitut für Berufsbildung zufolge im vergangenen Jahr im Land Bremen nur 69 Ausbildungsstellen auf 100 geeignete Bewerber. Die offizielle Schlussbilanz für das laufende Jahr erstellt das Bundesinstitut zum Jahresende. Die heute vorgelegte Zwischenbilanz der Agentur für Arbeit lässt aber erneut eine empfindliche Diskrepanz zwischen Ausbildungsangebot und -nachfrage erwarten. Danach sind 897 junge Menschen trotz Unterstützung der Berufsberatung ohne Ausbildungsstelle geblieben. 335 von ihnen blieben auch ohne ein Alternativangebot für den Übergang und standen gänzlich mit leeren Händen da.

Zukunftschancen statt Arbeitslosigkeit
„Es ist jetzt die Aufgabe der Jugendberufsagentur, diese jungen Menschen in die außerbetrieblichen Ausbildungsplätze zu bringen, die auf Initiative des Senats zusätzlich zur Verfügung stehen“, fordert Ingo Schierenbeck. „Die junge Generation hat ein Recht auf gute Zukunftschancen, und die Wirtschaft braucht demnächst so dringend Fachkräfte wie nie zuvor.“ In den kommenden zehn Jahren gehen die gut ausgebildeten sogenannten Babyboomer in Rente und werden am Fachkräftemarkt eine empfindliche Lücke hinterlassen.

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