Immobilienfinanzierung – Schritt für Schritt zum richtigen Kredit

Tipp der Verbraucherzentrale Bremen

Eine Baufinanzierung ist eine Entscheidung, die gut geplant und besser kalkuliert sein will. Wer will schon, dass das Vorhaben gar mit einer Zwangsversteigerung endet.

Text: Annabel Oelmann (Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen)

Schon vor der Kauf- oder Bauentscheidung sollte mit spitzem Bleistift gerechnet und ein mit ausreichend Reserven versehenes Finanzierungskonzept erstellt werden.

Mit dem Erwerb des Eigenheims wagen Sie einen Schritt, der Ihr Leben über Jahrzehnte hinweg beeinflussen wird – insbesondere in finanzieller Hinsicht. Beim Erstellen des Finanzierungskonzeptes sollten Sie daher nicht nur Ihre aktuelle Situation betrachten, sondern auch verschiedene Zukunftsszenarien mit einbeziehen. Können die Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notargebühren) sowie mindestens 10 Prozent des Kaufpreises aus Eigenkapital finanziert werden?

Dies sollte finanziell das minimale Grundgerüst sein, das Sie aus Eigenmitteln stemmen sollten. Wichtig bei einer Finanzierung ist die Höhe des Eigenkapitals, das mit in das Vorhaben eingesetzt wird. Zu beachten ist auch, dass neben den einzubringenden Eigenmitteln noch ein Puffer als Instandhaltungsrücklage sinnvoll ist. Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigen­kapital man einsetzt, umso besser gestaltet sich die Finanzierung und so günstiger der Zinssatz.

Einen guten Anhaltspunkt für den Vergleich der Kredit­angebote bietet der Effektivzins. „Darauf sollten Kreditnehmer zwingend achten“, sagt Roland Stecher von der Verbraucherzentrale Bremen. Dieser Wert gibt neben dem Sollzins, also den mit der monatlichen Rate zu zahlenden Zinsen, zusätzliche Kosten für den Kredit an. Kreditgeber sind dazu verpflichtet, die Gesamtkosten anhand des effektiven Jahreszinses auszuweisen. 

Um konkrete Angebote einzuholen, haben Verbraucher verschiedene Optionen. Schenken Sie auch ihrer Hausbank Gehör und scheuen Sie nicht ein Gespräch mit dem Bankberater. Es lohnt sich in der Regel immer, wenn mehrere Angebote zum Vergleich eingeholt werden und sich vorab umfassend zu informieren. Finanz- oder Immobilienkreditvermittler haben neben den Hausbanken meist ein breites Portfolio. Sie können in der Beratung direkt auf Angebote verschiedener Banken zurückgreifen, die für die unterschiedlichen Bedürfnisse individuelle und oft bessere Konditionen bieten.

Unabdingbar für die Betrachtung einer Finanzierung sind der Einbezug staatlicher Fördermittel. Diese bieten Bund und Länder unter bestimmten Voraussetzungen an (etwa KfW, BAFA). Es lohnt sich nach Fördermitteln zu fragen. Dadurch könnte die Immobilienfinanzierung insgesamt um einiges günstiger ausfallen.

Sinnvoll ist in aller Regel der Einsatz eines Annuitätendarlehens mit zehn- oder fünfzehnjähriger Zinsbindung, das jedoch ausreichende Sondertilgungskontingente von wenigstens jährlich fünf Prozent der Darlehenssumme bietet. Gut ist es auch, wenn während der vereinbarten Zinsbindungsfrist die Kreditrate verändert werden kann – beispielsweise in Form eines erhöhten Tilgungsanteils, wenn nach der Rückkehr aus der Erziehungspause das Familieneinkommen in einigen Jahren steigt. Diese Möglichkeit des Ratenwechsels bieten viele Kreditinstitute mittlerweile ohne Aufpreis an – je nach Institut kann der Kreditnehmer oder die Kreditnehmerin die Höhe des Tilgungssatzes während der Zinsbindung mindestens zweimal ändern und zwischen ein und fünf ­Prozent der Kreditsumme neu festlegen.

Sie haben Fragen zur privaten Vorsorge? Hier hilft die unabhängige Beratung der Verbraucherzentrale. Beschäftigte im Land Bremen, also alle KammerMitglieder, zahlen bei der Verbraucherzentrale nur die Hälfte für eine Beratung zu arbeitnehmernahen Themen wie Altersvorsorge, zusätzliche Krankenversicherung oder Berufsunfähigkeitsrente. Zusätzlich gibt es rund 30 Ratgeber zum halben Preis.

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